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Donnerstag, 18.06.2021

Kapitel N: Jedes Korn und jeder Knochen hat auch einen Namen.

Donna Kukama

Performance

Meine aktuelle Praxis beinhaltet die Erstellung eines Geschichtsbuchs. Das Buch schreibt sich selbst, indem es zwischen Erzählungen, öffentlichen Bekannt-machungen, Geräuschen, performativen Monumenten und vorgeschlagenen "Arten zu existieren“ hin und her wechselt.

Als Geste ist es vergleichbar mit einer andauernden Suche nach Vokabularen, die schon immer existierten, aber bisher 'marginalisiert' blieben. Es betrachtet die Existenz als ein Werkzeug zum Schreiben und wendet den Atem als eine Grammatik an, die für das spricht, was immer präsent, aber unsichtbar ist. In den vorangegangenen Kapiteln wurden vor allem die Orte der Gewalt (physisch/diskursiv - persönlich/öffentlich) aufgegriffen, die gegen Körper gerichtet sind und von ihnen erlebt werden, die in konventionellen Geschichtsbüchern nicht im Mittelpunkt stehen. Die vorherrschende Absicht ist nicht, die Vergangenheit noch einmal zu erleben, sondern Lücken für unvorhersehbare "Comebacks" in Form von Inseln der Heilung durch aktives Erinnern zu schaffen.

 

Donna Kukama ist eine transdisziplinäre Künstlerin und kreative Forscherin, deren

künstlerische Praxis Institutionen, Bücher, Denkmäler, Gesten des Protests und

Ökonomien umfaßt, die ebenso real wie fiktiv sind. Abwechselnd zwischen

Performance, Video, Text, Sound und Multimedia-Installationen, nimmt  ihre Praxis experimentelle Formen an, mit dem Ziel, die Konstruktion von Geschichten und Wertesysteme zu unterminieren. 

Kukama erwarb einen Master of Arts in Kunst im öffentlichen Raum an der Ecole Cantonale d'Arts du Valais in der Schweiz 2008 und ist derzeit Doktorandin am Transart Institute an der Liverpool John Moores Universität. Sie hat in zahlreichen Ausstellungen und Performances in Institutionen und Museen mitgewirkt und eigene Performances präsentiert, darunter bei Nottingham Contemporary in Nottingham, Kunsthal KaDe in Amersfoort, Padiglione de'Arte Contemporanea Milano in Mailand, 

South African National Gallery in Kapstadt, Museum für Moderne Kunst in Antwerpen, Tate Modern in London, nGbK in Berlin, und am New Museum in New York. Zuletzt war sie Gast Professorin an der HBK Braunschweig (2019-2020) und arbeitete als Fakultätsmitglied im Department of Visual Arts an der Wits School of Arts (Universität Witwatersrand). Sie lebt und arbeitet in Berlin und Johannesburg.

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