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24. Februar 2019 um 19 Uhr

MATTIN 

Manipulation Studies #2

Manipulation Studies ist eine fortlaufende Serie von Mattin

Diese Übungen nehmen die Improvisation als Ausgangspunkt, als eine Möglichkeit, „soziale Dissonanz" zu erforschen; eine Form der kognitiven Dissonanz auf der kollektiven Ebene, bei der unsere Überzeugungen und Handlungen widersprüchlich sind. (Die Unmöglichkeit, den Klimawandel aufzuhalten, wäre ein extremes Beispiel dafür). Diese „soziale Dissonanz" kann eine verwirrende und fragmentierte Realität erzeugen. Zunehmend versuchen wir, mit dieser Verwirrung individuell umzugehen, doch dies reproduziert sie nur weiter, da es sich um eine kollektive Frage handelt. 

 

Diese Übungen versuchen, diese Verwirrung kollektiv zu behandeln, indem sie einander zuhören und versuchen, das Private zu verbalisieren und somit öffentlich zu machen. Durch die Manipulation unserer Erwartungen und Projektionen werden die Resonanzen dieser sozialen Dissonanz den Raum füllen und eine Form von konzeptueller Musik erzeugen, deren Material sowohl die Klänge im Raum als auch das psychologische Geräusch unserer Wahrnehmung der Realität sind. 

 

Mattin ist ein in Berlin lebender Künstler aus Bilbao, der mit Lärm und Improvisation arbeitet. In seiner Arbeit versucht er, die sozialen und ökonomischen Strukturen der experimentellen klanglichen Kunstproduktion durch Live-Performance, Aufnahmen und Schreiben zu thematisieren. Mit Hilfe eines konzeptuellen Ansatzes versucht er, das Wesen und die Parameter der Improvisation zu hinterfragen, insbesondere die Beziehung zwischen der Idee der "Freiheit" und der ständigen Innovation, die sie traditionell impliziert, und den etablierten Konventionen der Improvisation als Genre. Mattin betrachtet die Improvisation nicht nur als eine Interaktion zwischen Interpreten und Instrumenten, sondern als eine Situation, die alle Elemente einer Konzertsituation einschließt, einschließlich des Publikums und des sozialen und architektonischen Raums. Er versucht, die stereotype Beziehung zwischen aktivem Interpreten und passivem Publikum aufzudecken und ein Gefühl der Fremdheit und Entfremdung zu erzeugen, welches diese Beziehung stört. Er hat vor kurzem an der Universität des Baskenlandes unter der Aufsicht von Ray Brassier und Josu Rekalde promoviert. Zusammen mit Anthony Iles gaben sie 2009 das Buch Noise & Capitalism heraus. 2012 veröffentlichten CAC Brétigny und Tuamaturgia Uconsitituted Praxis, ein Buch, das seine Texte sowie Interviews und Rezensionen von Aufführungen, an denen er beteiligt war, zusammenfasst. Beide Bücher sind online verfügbar. Mattin nahm 2017 an der documenta14 in Athen und Kassel teil.

 

www.mattin.org

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